Umbrüche gestalten: Germanistik in bewegter Zeit
Internationale Konferenz

13.-16. September 2017, Santiago de Compostela, Spanien

Ausstellung: Die Österreichischen Freiwilligen in den Internationalen Brigaden


"Spaniens Himmel breitet seine Sterne über unsere Schützengräben aus", so beginnt Die Thälmann-Kolonne , Titel des an Centuria Thälmann gewidmeten Liedes, in der die ersten Österreicher kämpften, die kurz nach Ausbruch des Bürgerkrieges nach Spanien kamen. Insgesamt waren es etwa 1400 österreichische Freiwillige, unter ihnen 43 Frauen, deren "Heimat vor den Toren Madrids" lag.

Viele von ihnen hatten im österreichischen Bürgerkrieg im Februar 1934 teilgenommen und mussten zuerst vor dem Austrofaschismus und danach vor dem Nationalsozialismus fliehen. Sie versuchten gegen den Faschismus anzukämpfen, der nicht nur ihr Land, sondern auch große Teile Europas ergriffen hatte, und verteidigten die Spanische Republik, die eine freiere, gleichere und gerechtere Welt versprach. 235 dieser Freiwilligen ließen ihr Leben in Spanien, 84 weitere starben im Exil oder in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten.

Mittels einer Sammlung von mehr als 250 Bildern, Dokumenten und Gegenständen zeichnet die Ausstellung ein Bild vom Leben der österreichischen Freiwilligen bei den Internationalen Brigaden und illustriert überdies einige der wichtigsten historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Der erste Teil der Ausstellung bildet eine Kollektivbiographie der Brigadisten zwischen den 1930ern und dem Ende des Zweiten Weltkrieges, während der zweite Teil sich auf das Leben von 11 Brigadisten und die Rolle der Österreicherinnen konzentriert, welche die spanische Republik unterstützt hatten. Thematisiert werden die Wege der freiwilligen Spanienkämpfer von Österreich nach Spanien, die Einsatzorte in den Reihen der Internationalen Brigaden und ihr Engagement im Sanitätsdienst, wie auch ihr Schicksal in den französischen Internierungslagern und in den deutschen Konzentrationslagern, ihr weiterer Einsatz im Widerstand und schließlich ihr Leben nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

Die Ausstellung ist Teil eines internationalen Projektes, welche im Mai 2016 im Landhaus Feuerlöscher in Prenning bei Graz erstmals gezeigt wurde. Die Ausstellungsgegenstände stammen im Wesentlichen von den österreichischen Spanienkämpfern selbst und wurden nach ihrer Rückkehr von Hans Landauer geordnet, korrigiert und erweitert. Sie befinden sich heute in der Obhut des Spanienarchivs des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes. Diese Ausstellung wurde ebenso durch weitere Dokumente aus privaten Archiven ergänzt.

In Zusammenhang mit dieser Ausstellung präsentiert der österreichische Schriftsteller Erich Hackl in seiner Lesung ein literarisches Porträt von Hans Landauer mit dem Titel "Stille Post für Spanien", welches im Sammelband "In fester Umarmung" (1996) erschienen ist. Hackl, Autor mehrerer Werke über die österreichischen Freiwilligen bei den Internationalen Brigaden, publizierte gemeinsam mit Hans Landauer das "Lexikon der österreichischen Spanienkämpfer 1936-1939" (2003).
Neben Hans Landauer widmete er ebenso einem weiteren österreichischen Freiwilligen namens Ferdinand Hackl ein literarisches Porträt mit dem Titel "Anprobieren eines Vaters; zugleich etwas über Kindheit", welches im Sammelband "Anprobieren eines Vaters. Geschichten und Erwägungen" (2004) veröffentlicht wurde.
In "Die Hochzeit von Auschwitz" (2002) und "Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick" (1999) erzählt Hackl zwei Liebesgeschichten: "Die Hochzeit von Auschwitz" handelt von Rudi Friemel, einem österreichischen Spanienkämpfer, der während seines Aufenthalts die Spanierin Margarita Ferrer kennenlernte. Durch die Ereignisse immer wieder getrennt, konnten sie schließlich ihre Liebe - unter unmöglichen Umständen - im Konzentrationslager Auschwitz am 18. März 1844 durch eine Hochzeit legalisieren. "Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick" (1999) schildert die Geschichte des österreichischen Spanienfreiwilligen Karl Sequens und der Spanierin Herminia Roudière Perpiñá, deren Liebesgeschichte ebenso unglücklich endete.

Wir bedanken uns bei der Fundación Pablo Iglesias, beim Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, dem Spanienarchiv und der Vereinigung österreichischer Freiwilliger in der Spanischen Republik 1936-1939 für die Bereitstellung der Fotografien und Dokumente. Ebenso möchten wir uns beim Österreichischen Kulturforum Madrid herzlich für ihre Unterstützung bedanken.
© Spanienarchiv del Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes.

A exposición organízase en colaboración con:
Die Ausstellung wird organisiert von:
Verein prenninger gespräche, Graz
Österreichisches Kulturforum Madrid
Vereinigung österreichischer Freiwilliger in der Spanischen Republik 1936- 1939, Wien
Sammlung Christof Kugler, Archiv zum Spanischen Bürgerkrieg, Frankfurt am Main
Asociación de Amigos de las Brigadas Internacionales, Madrid
CLIO, Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit, Graz
Fundación Pablo Iglesias, Madrid
Universidad de Alcalá de Henares
Universidade de Santiago de Compostela



Flagge der Interbrigaden Flagge der Internationalen Brigaden

14. September - 31. Oktober 2017
09:00 a 21:00 h Montags-Freitags

Eröffnung

14. Setember, 2017
Claustro Alto do Pazo de Fonseca, Santiago de Compostela
19:00 Lesung des Schriftstellers Erich Hackl
20:00 Georg Pichler, Ausstellungskurator


Pazo de Fonseca Pazo de Fonseca